Systemische Therapie
Grundlagen systemischer Arbeit in Therapie und Beratung
Die moderne Wissenschaft bestätigt, dass zahlreiche psychische und psychosomatische Symptome als Antwort auf dysfunktionale Beziehungs- und Kommunikationsmuster zu verstehen sind, die die soziale Umgebung des Betroffenen prägen. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass in Therapie und Beratung nicht nur der Klient sondern das System als Ganzes in den Arbeits- bzw. Heilungsprozess einbezogen wird.
System meint beispielsweise das Familiensystem, den Arbeitsplatz oder eine soziale Gruppierung, in die ein Einzelner eingebunden ist. In jedem System gibt es Ordnungsprinzipien, die als Gesetzmäßigkeiten oft im Verborgenen wirken. Hierzu zählen z. B. Rangordnungen, Zugehörigkeit, das kollektive Gewissen einer Gruppe und anders mehr. Werden die Prinzipien eines Systems verletzt, kann dies bei einzelnen Gruppenmitgliedern zu belastenden Symptomen führen.

Fallbeispiele für Störungen der Systemordnung
Die häufigsten Verletzungen der System-Ordnungen werden bei Kindern beobachtet. Kinder spüren zum Beispiel sehr schnell, wenn es Vater oder Mutter nicht gut geht; vielleicht leidet einer von ihnen an einer Krankheit oder fühlt sich in der Partnerschaft nicht sicher. Das Kind will aus Liebe helfen und versucht intuitiv, die Eltern zu entlasten. Zum Beispiel, indem es stellvertretend krank wird oder sich größer macht, als es ist. Eine solche Verstrickung kann ein Leben lang bestehen und sich negativ sowohl auf den eigenen Lebensentwurf als auch auf das Leben der Nachkommen auswirken. Die Verstrickung bleibt sozusagen als Thema in der Familie und wirkt regelrecht „ansteckend“.
Ein weiteres Beispiel: Jedes Mitglied einer Familie gründet seine Zugehörigkeit zum System durch seine Geburt und nicht durch Leistung. Wird ihm seine Zugehörigkeit streitig gemacht, beispielsweise wenn es als „ schwarzes Schaf“ von der Familie ausgeschlossen wird, kommt es zu einer Verstrickung. Häufig wird sich ein Nachkomme mit dem Ausgeschlossenen identifizieren und ihn vertreten, ohne dass ihm das bewusst ist. Er lebt Aspekte des Lebens dieses ausgeschlossenen Mitglieds nach, wird vielleicht ähnliche Gefühle haben und auf ähnliche Weise leben. Somit versucht die „Familienseele“ indirekt den Ausgeschlossenen zurück ins System zu holen und die Ordnung wieder herzustellen.
Therapieansätze und Interventionen
Bei der systemischen Therapie richtet sich der Blick also auf das System als Ganzes und kann so erfassen, in welche Beziehungsdynamiken der Klient eingebunden ist, welche Regeln er bewusst oder unbewusst befolgt bzw. verletzt, und welche Folgen das für seine körperliche und seelische Gesundheit und für sein Leben insgesamt hat. Werden die Strukturen und Gesetzmäßigkeiten des relevanten Systems erkannt, ist es möglich, neue Perspektiven einzunehmen und angemessene Veränderungen einzuleiten.
Die Methoden in der systemischen Arbeit sind so gestaltet, dass durch die Beeinflussung der Beziehungsstrukturen und durch Einsicht in die Störungen der systemischen Ordnung dysfunktionales Verhalten verändert und seelisches Leid gelindert werden kann. In einem systemisch begleiteten Prozess gewinnen alle Beteiligten einen neuen Blick auf ihre Beziehungen und Wertesysteme. Er führt über individuelle und kollektive Grenzen hinaus und ist darauf ausgerichtet, Trennung zu überwinden und Verbindung wieder herzustellen. Systemische Prozesse fördern Eigenständigkeit, Authentizität und Freiheit. So ist vielleicht zu verstehen, dass sich sowohl Klienten als auch Therapeuten durch systemische Arbeit bereichert fühlen und den Eindruck haben tiefer im Leben eingebunden zu sein. Zu den Interventionen, die in diesem Kurs gelehrt werden gehören:
- Genogramm-Arbeit und Familienskulptur für die Darstellungen komplexer familiärer und nicht-familiärer Beziehungen
- systemisches Fragen, Entwicklung von Hypothesen, paradoxe Interventionen
- lösungsorientierte Methoden (z. B. „Wunderfragen“)
- Systemaufstellungen mit Stellvertretern und mit Bodenankern
- nonverbale Kommunikation und Beziehungsgestaltung
Der Kurs vermittelt in Theorie und Praxis Grundlagen für das Verständnis systemischer Dimensionen von Krankheit, Lebenskrisen und anderen Belastungen mit der ein Klient in ihre Praxis kommt. Ziel der Ausbildung ist es, einerseits eine therapeutische Haltung zu entwickeln, die den sozialen Kontext des Klienten einbezieht und darüber hinaus praktische Verfahren zu erlernen, die der Klärung und Lösung dienen.
Das Lernen und Lehren in diesem Kurs gründet zu einem großen Teil in der Selbsterfahrung, die die Teilnehmer in unterschiedlichen Interventionen - Aufstellungen, Skulpturen, Einzelarbeit - und unterschiedlichen Rollen - Stellvertreter, Therapeut, Beobachter, Klient - machen und mit der Kursleitung reflektieren. Darüber hinaus ergänzen Intervision und Selbststudium das didaktische Konzept.
Wen spricht diese Fachausbildung an?
Menschen, die bereits mit Menschen arbeiten, wie z.B. Heilpraktiker, Heilpraktiker- Anwärter, Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzte, Krankenschwestern, Pädagogen, Sozialpädagogen, Menschen in Führungspositionen, Berater und Coaches. Menschen, die an innerem Wachstum und systemischen Zusammenhängen interessiert sind und systemisches Denken und Handeln erfolgreich in den (beruflichen) Alltag integrieren möchten. Der hohe Anteil an Selbsterfahrung in diesem Kurs setzt eine stabile psychische Gesundheit der Teilnehmenden voraus. Jede/r TeilnehmerIn sichert die psychische Belastbarkeit bei der Selbstexploration zu.
Teilnehmerzahl : 8 – 15 Personen
Themen und Inhalte:
Beziehungs- und Rollenkompetenz: Auftragsklärung, Empathie und Abgrenzung, Projektion und Gegenprojektion. Methodenkompetenz: Einsatz von Bodenankern, Aufstellungsarbeit mit Stellvertretern, Skulpturenarbeit, Inneren Aufstellung, Sätze, Sonden, lösende Worte, systemisches Fragen. Wahrnehmungsschulung: Welche Informationen liefert eine Intervention, Kontakt- und Beziehungsmuster erkennen, Körpersignale wahrnehmen, Atmosphäre – Energielevel im System berücksichtigen. Systemauswahl: Familie -Herkunfts- oder Gegenwartssystem , Unternehmen, Das Individuum als System z. B. von inneren Anteilen - Glaubenssätze, Persönlichkeitsanteile. Anwendungsfelder: Partnerschaftsprobleme; Schwierigkeiten mit Kindern; Umgang mit Verlust, Trennung, Tod; berufliche Krisen, Belastungen durch Krankheit. Grundordnungen: Zugehörigkeit und Ausschluss, Die Rangordnungen, Zustimmung und Anerkennung, Nehmen und Geben, Stabilität und Chaos. Meditation: als innere Vorbereitung, als Grundhaltung in der Arbeit mit Klienten, als Intervention in der Einzelarbeit.
Zertifizierung durch die Heilpraktikerschule Düsseldorf nach 120 UStd.
Termine, Kosten & Anmeldeunterlagen

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Ausbildung
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Dozentin:
Anja Wendt
Heilpraktikerin (Psych)
Tel.: 01577-9784115
Dozentin:
Anja Siepmann
Heilpraktikerin (Psych)
Tel.: 0178-2924691
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